Marrakesch zwischen Souks und Seitenstraßen
Marrakesch hat mich vom ersten Moment an überwältigt. Kaum war ich auf der Straße, war ich Teil des bunten und lauten Lebens. Mopeds, Händler, Gerüche und unzählige Menschen sorgten für eine Reizüberflutung, die mich zunächst überforderte. Genau das machte den Reiz dieser Stadt aus.
Natürlich besuchte ich den Bahia Palast und den El Badi Palast. Während der Bahia Palast wegen seiner beeindruckenden Mosaike faszinierte, war er leider sehr gut besucht. Im El Badi Palast hatte ich dagegen großes Glück. Er hatte nach dem Erdbeben gerade wieder geöffnet und ich konnte die historischen Mauern fast allein erkunden. Die Störche, die dort normalerweise überwintern, waren allerdings verschwunden.
Am meisten beeindruckte mich jedoch das Leben abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten. Ich verließ die Souks und tauchte in die schmalen Gassen ein. Hinter unscheinbaren Türen lagen kleine Werkstätten. Es roch nach Holz, Farbe und Metall. Schuhmacher, Schweißer und viele andere Handwerker arbeiteten dort an den Produkten, die später auf den Märkten verkauft wurden. Spätestens dort wurde mir klar, dass längst nicht alles „Made in China“ ist.
Als die Sonne unterging, verwandelte sich der Place de Jemaa el Fna in ein einziges Spektakel. Überall brutzelte es auf den Grills, Händler warben lautstark um Gäste und zwischen den Essensständen sorgten Gaukler und Musiker für Unterhaltung. Weniger gefallen haben mir die kleinen Affen, die für Touristen auftreten mussten. Um diese Attraktion machte ich lieber einen großen Bogen.
´Was mir von Marrakesch bis heute am stärksten in Erinnerung geblieben ist, sind jedoch die Menschen und das Leben in den kleinen Gassen. Genau dort schlug mein Fotografenherz höher. Ich war nur mit meiner Fuji und einer Festbrennweite unterwegs. Mehr brauchte ich nicht. Solche Reisen helfen mir bis heute, den Blick für besondere Momente zu schärfen und nicht betriebsblind zu werden. Genau deshalb bleibt Marrakesch für mich ein Ort voller Geschichten, die an jeder Straßenecke darauf warten, entdeckt zu werden.
