KI plant meine Motorradtour: Ob ich wirklich in Bayern ankomme?
Letztes Jahr bin ich mit dem Motorrad bis ans Nordkap gefahren. Jetzt habe ich noch Resturlaub, fürs Nordkap reicht dieser nicht aber für eine kleine Flucht auf zwei Rädern.
Eigentlich hatten meine Frau und ich für den Sommer andere Pläne. Mit unseren beiden Motorrädern sollte es nach Norwegen gehen. Ihr Fuß hatte allerdings eine eigene Reiseplanung und entschied sich für einen Bruch. Norwegen haben wir dann mit dem Auto gemacht.
Also Plan B. Für eine Motorradreise. Mein Onkel wohnt hinter München, ein ehemaliger Arbeitskollege in Bamberg und auf dem Oktoberfest war ich seit rund 30 Jahren nicht mehr. Daraus müsste sich doch eine schöne Motorradtour bauen lassen.
Diesmal darf die KI planen
Normalerweise plane ich meine Touren selbst. Dieses Mal dachte ich mir: Warum nicht die künstliche Intelligenz machen lassen? Schließlich wird uns ständig erzählt, was KI inzwischen alles kann. Dann sollte eine Motorradtour durch Deutschland wohl kein Problem sein.
Ich habe Gemini mit den Adressen gefüttert und ein paar Wünsche hinterhergeschoben: drei Fahrtage bis München, vier zurück, möglichst keine Autobahnen, wenige Ampeln, keine großen Städte und dafür schöne Motorradstrecken. Ein bisschen Romantische Straße darf ebenfalls dabei sein.
Die KI war sich ihrer Sache ziemlich sicher. Herausgekommen ist eine Tour über acht Fahrtage.
Drei Tage Richtung Bayern
Am 21. September geht es von Stemwede über das Wiehengebirge, den Köterberg und Fritzlar nach Bad Hersfeld.
Am zweiten Tag soll mich die KI über die Rhön mit der Wasserkuppe, Volkach und Teile der Romantischen Straße bis nach Feuchtwangen schicken. Am dritten Tag geht es über das Nördlinger Ries weiter zu meinem Onkel hinter München.
So weit zumindest die Theorie.
Einen Tag bleibt das Motorrad stehen
In München bekommt das Motorrad einen Tag Pause. Nach rund 30 Jahren möchte ich mir mal wieder das Oktoberfest anschauen.
Das Motorrad bleibt an diesem Tag natürlich stehen. Die Kombination aus Oktoberfest, Maß Bier und Motorrad wäre vermutlich selbst einer KI zu dämlich.
Nordkapkugel kann jeder
Auf dem Rückweg wartet dann der für mich vielleicht wichtigste Fotostopp der gesamten Reise. In Frontenhausen, dem Niederkaltenkirchen aus den Eberhofer Filmen, steht eine riesige Leberkässemmel als Denkmal.
Genau davor möchte ich mein Motorrad fotografieren.
Die BMW vor der Nordkapkugel kann schließlich jeder. Mein Moped vor einer riesigen Leberkässemmel, das hat Stil.
Natürlich geht es auch zum Franz Eberhofer Kreisel. Und echte Eberhofer Fans fahren da nicht einfach einmal durch. Ein paar Ehrenrunden müssen schon sein. Mal sehen, was die KI davon hält, wenn ich plötzlich im Kreis fahre.
Über Bamberg wieder nach Hause
Danach soll mich die Route durchs Altmühltal und die Fränkische Schweiz führen. In Bamberg möchte ich einen ehemaligen Arbeitskollegen besuchen.
Von dort geht es über den Thüringer Wald, Eisenach und das Werratal weiter. Zum Abschluss stehen Hann. Münden und der Teutoburger Wald auf dem Plan, bevor ich wieder zu Hause ankommen sollte.
Das KI Experiment beginnt
Ich bin wirklich neugierig, wie gut eine komplett von einer KI geplante Motorradtour funktioniert. Kennt sie tatsächlich die schönen kleinen Straßen? Schickt sie mich durch Baustellen? Stehe ich irgendwann vor einem Feldweg? Oder stelle ich plötzlich fest, dass mein Onkel neuerdings in Spanien wohnt?
Ich werde versuchen, mich möglichst an die vorgeschlagene Route zu halten. Schließlich braucht ein ordentliches Experiment faire Bedingungen.
Am 21. September geht es los. Ich werde hier berichten, was die KI gut gemacht hat und an welchen Stellen der Mensch vielleicht doch noch die bessere Reiseplanung liefert.
Vorausgesetzt natürlich, ich komme bei meinem Onkel an.

